Der Verein Django Reinhardt Kultur- & Beratung soll helfen, Barrieren zu der sogenannten "Mehrheitsgesellschaft" abzubauen.
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Erinnerung an Sinti und Roma bewahren

 

Gedenkfeier Kranzniederlegung und Musik zu Ehren der Deportierten

 

Koblenz. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages fielen auf den Gedenkstein, melancholische Gitarrenmusik erklang. Rund 40 Menschen haben sich am Donnerstag versammelt, um der Koblenzer Sinti und Roma zu gedenken, die vor 73 Jahren nach Ausschwitz gebracht wurden. Ihnen zu Ehren wurde am Gedenkstein am Peter-Altmeier-Ufer feierlich ein Kranz niedergelegt.

Mit Musik der Opfer gedenken: Familie Reinhardt freute sich über das große Interesse an der feierlichen Kranzlegung. Foto: Felix Bartsch 

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Angehörige der Koblenzer Sinti-Familie Reinhardt umrahmten die Feierlichkeiten mit Gitarrenspiel. Mit klarer Stimme und ehrfurchtsvollen Worten berichtete Helmut Gräwen,Vorsitzender von Django Reinhardt Kultur und Beratung, von der Bedeutung des Gedenksteins. Er erinnert daran, dass im Morgengrauen des 10. März 1943 im Stadtgebiet 149 Koblenzer Sinti und Roma aus ihren Häusern geholt wurden. Von Sammelpunkten aus wurden die Männer, Frauen und Kinder mit Zügen in das „Zigeunerlager“ in Ausschwitz gebracht.

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Die Eltern von Django Reinhardt überlebten die Inhaftierung im Lager. Reinhardt, zweiter Vorsitzender des Verbandes Deutsche Sinti &Roma – Landeskreis Rheinland-Pfalz, legte andächtig den Gedenkkranz nieder. Ersieht einen Bezug zwischen den vergangenen Ereignissen und der anstehenden Landtagswahl. „Wir müssen alle am Sonntag wählen gehen. Egal welche Partei, nur nicht die AfD. Es liegt in unserer Hand“, richtete sich Reinhardt an die Anwesenden.

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Quelle Rhein Zeitung von Felix Bartsch 12.03.2016